Pressemitteilung: Hans-Peter Friedrich (CSU) wird neuer Bundesminister für Landwirtschaft – ein offener Brief

Sehr geehrter Herr Minister Friedrich,

nun liegt es an Ihnen, eine Landwirtschaft zu fördern, die nicht nur der Erzeugung von Lebensmitteln dient, sondern unsere einzigartigen Kulturlandschaften und natürlichen Ressourcen erhält und das gesellschaftliche Leben auf dem Land fördert. In ihrem Koalitionsvertrag hat die große Koalition festgehalten, dass sie „die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung ländlicher Räume besonders fördern“ möchte und sich eine „Landwirtschaft, die ressourcen- und umweltschonend produziert, die Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettberwerbsfähigkeit miteinander verbindet“ zum Ziel gesetzt. Genau dies entspricht auch unseren Erwartungen.

Wichtigstes Ziel sollte es sein, Landwirtschaft insgesamt natur- und sozialverträglicher zu gestalten, indem jene belohnt werden, welche gesellschaftlich erwünschte Leistungen bringen und jene zur Kasse gebeten werden, die Schäden auf Kosten des Gemeinwohls verursachen. Oder mit den Worten von Prof. Dr. Christian Henning vom Institut für Agrarökonomie der Universität Kiel, der in einem Beitrag der Bauernzeitung (06.12.2013, S.7) darauf hinwies „dass sich die gesellschaftlichen Ansprüche an die Landwirtschaft klar verändert haben und der Fokus auf nachhaltiger Landnutzung liegt. Aufgrund des öffentlichen Gutcharakters von Nachhaltigkeitsgütern versage der Markt als Koordinationsmechanismus von Verbraucherinteressen und Landwirtschaft. […] Die Politik könne grundsätzlich helfen, indem sie die Verbraucher informiere und Anreize gebe, Nachhaltigkeitsgüter herzustellen.“

Nutzen Sie die Chance und setzen Sie sich für eine naturverträglich ausgerichtete Agrarpolitik und kleinbäuerliche Strukturen ein. Machen Sie sich stark für ein Verbot von Massentierhaltung und gentechnisch veränderten Pflanzen auf unseren Feldern. Fördern Sie die ökologische Landwirtschaft, eine regionale Esskultur und moderne Verbraucherpolitik. Hiervon profitieren nicht nur die Bäuerinnen und Bauern der Region Berlin-Brandenburg, sondern alle BürgerInnen unseres Landes, von denen viele schon lange nach einer zukunftsfähigen Landwirtschaft verlangen.  Eine Agrarwende, wie wir sie fordern, beginnt vor Ort und wirkt global. Aus diesem Grund machen wir uns am 18. Januar 2014 auf der „Wir haben es satt“-Demonstration in Berlin gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten für diese stark.

Für die Ausübung Ihres neuen Amtes wünschen wir Ihnen viel Erfolg und Standfestigkeit. Wir hoffen, dass sich hinter dem Koalitionsvertrag nicht nur leere Versprechen und „Prüfaufträge“ verbergen. Für eine Umsetzung stehen wir Ihnen sowie den regional verantwortlichen Politikern und Politikerinnen gerne beratend zur Seite.

Mit freundlichen Grüßen im Namen der 44 TrägerInnen und FörderInnen des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg

Michael Wimmer

(Geschäftsführer FÖL e.V.)

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